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Thema: Ischelandhalle - "Schilda lässt grüßen"
Liebe Handballfreunde, liebe Hagener Mitbürger,
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in Kürze wird die Hagener Ischelandhalle – oder wie auch immer sie demnächst
heißt – den Hagener Vereins- und Breitensportlern wieder zur Verfügung stehen. Ein Bauwerk mit einer Kapazität von 3.065 Plätzen – somit absolut dem derzeitigen Reglement der BBL entsprechend – ist in kürzester Zeit entstanden und tatsächlich – zumindest für die Basketballer – pünktlich fertig geworden.
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Das ist aber auch die einzige Glanzleistung aller Verantwortlichen.
Ansonsten: „Schilda lässt grüßen“. Beim Handball bietet die Halle insgesamt 2.747 Besuchern Platz. Das Traurige an der Sache: Davon können 1.610 Zuschauer, das sind rd. 59 %, nicht das komplette Spielfeld sehen. „Die Zuschauer haben eine stark eingeschränkte oder eine eingeschränkte Sicht. Was bleibt, ist die alte Haupttribüne mit einer Kapazität von 586 Sitzplätzen und 540 Stehplätzen, wie vor dem Umbau“, so das Architektenbüro Schmahl + Gerigk im Schreiben vom
5. 10. 2010 an den VfL Eintracht Hagen.
Ja, herzlichen Dank, das nenne ich dann aber mal eine Leistung!
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Aber es ist noch schlimmer gekommen. Die Leinwand, die als dritte Anzeigetafel erforderlich ist (die normalen Anzeigetafeln sind so angebracht, dass sie von den Trainerbänken nicht einzusehen sind) verdeckt, wenn sie aus der Decke herabgelassen wird, auch noch die Sicht der Stehplatzbesucher auf der alten Haupttribüne. Auch das wurde bisher seitens des Architekten bestritten, obwohl wir darauf hingewiesen haben. Dass die Seitenauslinie nicht den nötigen Abstand zur Tribüne hat, war uns vorher schon klar. Hier hoffen wir auf eine Sondergenehmigung des DHB, aber dass die Zuschauer gefallene Tore nur hören aber nicht sehen können, ist wohl einmalig in Deutschland.
Ich frage mich, wie kann man so etwas planen? Sind in Hagen erneut Millionen verbaut worden und muss erneut zugestanden werden, dass die Laien Recht haben? Ist wirklich keinem Mitarbeiter im Vorfeld aufgefallen, dass die Tore beim Handball zu nah an den Kopftribünen stehen oder hat man das billigend in Kauf genommen? Die Kopftribünen einen Meter (nicht sechs Meter, Herr Gerigk) weiter nach hinten oder vielleicht etwas steiler!? Bereits bei der ersten Vorstellung des Projektes im Juli 2009 – und das war das erste und letzte Mal, dass der VfL Eintracht in die Gespräche eingebunden wurde - haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass der Blickwinkel von der neuen VIP-Tribüne beim Handball nicht ausreicht. Wir brauchten nur ein Lineal auf den Plan zu legen, um das festzustellen. Es sollte geprüft werden, ob man aus statischen Gründen jeweils 2-3 m nach rechts/links gehen kann, um den Blickwinkel zu öffnen. Nichts ist passiert. Noch schlimmer, es wird sogar bestritten, dass das jemals Thema war. Unglaublich. Ich kann mich, wie viele andere Personen, die an der Sitzung teilnahmen, noch an die Aussage von Frau Grebe (Fachbereich Immobilien) erinnern: „Wir bauen hier nicht für 6,9 Mio. Euro eine Halle, in der man beim Handball nichts sehen kann“. Offensichtlich doch. Nur sind aus den 6,9 Mio. Euro (lt. Protokoll die absolute, einzuhaltende Höchstgrenze, wobei wahrscheinlich nur die Summe aus dem Konjunkturpaket II gemeint war?!) inzwischen 8,75 Mio. Euro Baukosten geworden. Bei wem liegt die Verantwortung für dieses erneute Missgeschick? Beim Oberbürgermeister, dem das Projekt direkt unterstellt war? Beim Architekten? Oder hat der nur das bauen lassen, was im vorgegeben wurde – nämlich eine BBL-taugliche Halle, in der auch Handball möglich sein muss? Vielleicht hat „die Stadt“ auch einfach nur vergessen, den Architekten zu informieren, dass man möglichst beim Handball auch etwas sehen sollte. Ich halte inzwischen alles für denkbar.
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Wenn in dieser Stadt, die einen Sparhaushalt nach dem anderen beschließen will, 8,75 Mio. Euro für eine Sanierung der Ischelandhalle ausgegeben werden, mit diesem Erfolg, dann setzt das „allem die Krone auf“. Auf Sicht 20 Jahre ist hier in meinen Augen erneut unverantwortlich gehandelt worden. Sorry, aber über den Tellerrand zu gucken, ist offensichtlich nicht gerade die Stärke der an diesem Projekt beteiligten Personen. Das ist meine Meinung, nicht nur als Geschäftsführer der Handball-GmbH, sondern auch als Bürger dieser Stadt.
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Was passiert eigentlich, wenn die BBL in den nächsten Jahren eine Mindestkapazität von 4.000 Plätzen beschließt? Es gibt keine Reserve, ganz im Gegenteil, auch beim Basketball besteht offensichtlich in zwei Reihen der VIP-Tribüne und hinter den Standkörben eine Sichtbehinderung.
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Beim Handball reicht momentan – von zwei Spielen abgesehen – die Kapazität der Halle aus. Aber, die Zeiten können sich ändern. Auch wir hätte gerne die Möglichkeit gehabt, bei interessanten Spielen mehr Sitzplätze verkaufen zu können. Diese Chance ist uns auf Jahre genommen. Wir werden das bestimmt schon in der kommenden Saison spüren, nämlich dann, wenn wegen der Umstrukturierung im DHB namhafte, bisherige Zweitligisten in der Halle ihre Visitenkarte abgeben. Der für uns ungünstige Spielplan mit bereits fünf absolvierten Auswärtsspielen und das Verletzungspech zu Saisonbeginn haben dafür gesorgt, dass wir uns mit 8:6 Punkten momentan im Mittelfeld der Liga wiederfinden. Aber noch ist nichts verloren. Wir haben unser Ziel, um den Aufstieg mitzuspielen, noch lange nicht aufgegeben. Und dafür, dass auch beim Handball die Zuschauer in die Halle strömen, wenn es um etwas geht, gibt es genug Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. Wir hoffen, auf den Kopftribünen wenigstens in der ersten Reihe Stehplätze verkaufen zu können. Aber auch hier müssen wir noch mit dem DHB verhandeln, da sich die Fangnetze dann u. U. zu nah am Stehplatzbereich befinden und keinen Schutz mehr bieten. Schade, dass der Handballsport von den Entscheidungsträgern nicht ausreichend honoriert wird. Es wird immer geschrieben, Basketball ist das "Aushängeschild der Stadt Hagen". Die für das Projekt Ischelandhalle verantwortlichen Personen sind es sicher nicht.
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Jörg Brodowski
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